Viel Wind um Nix?

Ich hab zu allererst eine Frage: Mögt ihr Obst und Gemüse? Sagen wir, Erdbeeren, weil sie bald wieder Saison haben. Mögt ihr Erdbeeren? Ich liebe sie. Und dazu möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen:

Mein Freund, ist Landwirt, er hat einen dermaßen grünen Daumen, dass er haufenweise oder hektarweise Erdbeeren hat. Noch vor ein paar Jahren konnte ich im Supermarkt meines Vertrauens hochwertige Erdbeeren wie seine kaufen, aber heute krieg ich bei Billa, Spar, Hofer und wiesiealleheißen leider nur den Mist aus Spanien, Italien, Griechenland und sonstwoher. Hätte ich den Unterschied noch nie genossen, würde mir gar nicht auffallen, dass das, was man mir im Supermarkt als Lebensmittel andreht, eigentlich ein Witz ist, aber egal. Zurück zu meinem Freund.

„Er hätte einen anständigen Beruf lernen können, wie jeder andere Österreicher auch“,  sagen manche Leute, wenn sie seine Sorgen nicht verstehen wollen. Aber er lebt nun Mal für seine Erdbeeren.  Deshalb fährt er jetzt auf allen möglichen Bio-Märkten herum und fast jeder, der von seinem Obst kostet, beginnt ein kleines Gespräch mit ihm, warum der österreichische Handel nur diesen wässrigen Billigmist verkauft, der noch dazu tausende Kilometer auf dem Buckel hat, wo seine Erdbeeren doch wirklich super schmecken. Wenn ich die gleiche Frage dem Filialleiter oder der Obstabteilungsleiterin stelle, höre ich, dass „das Zeug aus Österreich einfach nicht so viel taugt, im internationalen Vergleich einfach nicht mithalten kann und dass nicht jeder, der daheim einen kleinen Garten hat, glauben braucht, dass das wirkliche Nahrungsmittel sind. Außerdem schaut die Verpackung echt billig aus, das schaut neben den anderen Verpackungen sowieso nix gleich“

Mich befriedigt diese Antwort nicht und ich überlege ein bisschen weiter, bis mir klar wird: Es geht um die Wirtschaft, es geht um Werbung, es geht um Vitamin-B, es geht um Interessen von irgendwelchen Menschen, die ich nicht verstehen kann. Kurzum: Es geht um viel viel Geld. Aber worum es nicht geht: Qualität! Oder noch präzisier:  Ob die Qualität dessen, was aus Österreich kommt, dem internationalen Vergleich standhalten könnte. Ärgert euch das?

Damit man also den Ärger bzw. die Aufregung der österreichischen MusikerInnen wegen diesem Elke-Lichtenegger-Shitstorm verstehen kann, stellt man sich also vor, mein Freund ist nicht Landwirt sondern Musiker. Oder vielleicht ist es gar nicht mein Freund, stellt euch vor, ich bin es selbst!

Den nächsten Bio-Markt veranstalte ich also mit der Obst- und Gemüsebäuerin an den schwarzen und weißen Tasten – Philippine Duchateau – am kommenden Donnerstag 24.4. im ProDiagonal Lambach. Es gibt noch Restplätze, soweit ich weiß.