18.03.14 Prima La Musica

Ich hab ganz schön geschaut, als ich eine Einladung in die Landesjury für „Musik der Jugend“ für das Fach Gesang erhalten habe. Zunächst hab ich mit meiner Zusage gezögert, da es sich bei Prima La Musica ja primär um einen klassischen Wettbewerb handelt und ich mir nicht sicher war, in wie weit ich mit meinen popular-gesangstechnischen Ansichten kompetentes Feedback geben könnte. Zusätzlich hatte ich natürlich viel von diesem sagenumwobenen Wettbewerb gehört, aber niemals selbst daran teilgenommen,  und natürlich habe auch ich diese Petition unterschrieben, die Anfang des Jahres in aller Munde und sogar in einigen Medien war.

Also alles in allem war ich zu der Zeit, als ich diese Entscheidung treffen musste, tendenziell eher skeptisch eingestellt. Doch dann dachte ich, wie so oft im Leben, „Wenn man eine Meinung haben will, muss man sie sich auch selber bilden“. Und dieses Wochenende war es dann soweit. Unter dem Vorsitz der Fachgruppenleiterin für Stimme, Andrea Wögerer und gemeinsam mit 3 weiteren, klassischen Gesangskolleginnen haben wir an die 30 junge und talentierte SängerInnen in 7 unterschiedlichen Alterskategorien angehört und natürlich auch deren Gesamtpaket beurteilt. Wobei allen Anwesenden von Anfang an klar war, dass es zwar einerseits um eine gesangliche Momentaufnahme geht, die wir Jurorinnen da bewerten mussten, dass es aber eben keine sportliche Leistungsbeschau mit falschem Ehrgeiz sein sollte. Insgesamt haben sowohl die Kandidatinnen als auch wir die Beratungsgespräche als das Highlight der beiden Tage empfunden. Für die SchülerInnen aber auch für deren LehrerInnen ist es spannend, von fremden Ohren Feedback zur geleisteten Arbeit zu bekommen und natürlich auch neue Blickwinkel oder Ratschläge für die Zukunft abzuholen. Die abschließende „Preisverleihung“ war für die meisten die Kür ihrer Arbeit und nur bei wenigen hatte ich das Gefühl, dass sie vordergründig wegen diesem „sportlichen Gedanken“ angetreten sind. Sicher gab es auch Enttäuschungen oder Unverständnis über unsere trotzdem immer wohlwollenden Beurteilungen, aber damit muss man sowohl als Kandidat als auch als Jurorin wohl leben, wenn man sich erst einmal entschieden hat, an einem Wettbewerb teilzunehmen.

Alles in allem darf ich also sagen, dass ich es anhand meiner äußerst positiven Erfahrungen keineswegs bereue, mich in unbekanntes Terrain vorgewagt zu haben. Ich freue mich, dass meine fachlichen Einschätzungen sich immer mit den klassischen Kolleginnen übereingestimmt haben und dass ich zusätzlich aus meiner Stilrichtung wichtiges Feedback einfließen lassen konnte. So haben wir alle voneinander gelernt und ich sage dankbar: Gerne bald wieder !