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04.06.16 Vom Sein wie man will …

„Wir schreiben Geschichte, das Blatt ist heut leer,
bleibt alles wie immer oder wollen wir mehr?“

Das war eine der ersten deutschen Textzeilen, die ich jemals geschrieben habe. Und vergangenen Montag beim Songkomplott im Linzer Teichwerk wollte ich nur Eines – so ehrlich wie’s geht meine Geschichte erzählen:
„Vom Aufstehn und Scheitern, vom Tanzen und Feiern, vom Sein wie man will“ sing ich da und wünsch mir, dass ich es selber nie wieder vergesse, dass es neben all den Zweifeln und Ängsten, Hoffnungen und Erwartungen nur darum geht: So sein wie man will.

Dieser Solo-Abend, den ich mir mit meinen lieben FreundInnen und KollegInnen Lucia Leena, Karin Bachner & Harald Baumgartner geteilt habe, wird mir deshalb noch lange als etwas ganz Besonderes in Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt, weil sich dieser Abend anfühlt, als wären mehrere Kapitel meines Lebens hier aufeinander geprallt und als hätte gleichzeitig eine ganz bedeutende neue Geschichte begonnen. Einerseits war die Vergangenheit so präsent wie schon lange nicht mehr … meine Studienzeit an der Bruckneruni und die vielen MusikerInnen aus dieser Zeit, die uns die Ehre erwiesen haben, uns an diesem Abend zuzuhören; meine Familie und FreundInnen aus Kindertagen; einige meiner SchülerInnen der letzten Jahre und das alles an dem Ort, der Schauplatz für eines der unglücklichsten Kapitel meines Lebens war. Die Kepler Uni, an der ich uninspiriert Sozialwirtschaft studiert habe, weil ich an meiner ersten Aufnahmeprüfung für Jazzgesang gescheitert bin und das Gefühl hatte, mich für immer vom Lebenstraum Musik verabschieden zu müssen. Manchmal ist das Leben echt eine Achterbahnfahrt: „Life is like a rollercoaster, speeding up, rushing down“ sing ich in „It Ain’t The End“ und meine es ganz genau so: „I hold my head up high, I won’t let you kick me when I’m down. Open up my heart even when I’m lying on the ground. Cause what I intend is that in the end everything’s alright, if it ain’t alright then it ain’t the end!“

So viel zur Vergangenheit und Gegenwart. „Wo mich das in Zukunft hinbringen wird?“ haben mich Einige gefragt.
„Auf die Bühne!“ habe ich von Herzen geantwortet. „Deutsch oder Englisch“ wollten viele andere wissen und zu gerne hätte ich ihnen diese Frage ebenso unmittelbar direkt und eindeutig beantwortet. Aber seit ein paar Wochen schlagen da zwei Herzen in meiner Brust und ich hab echt keine Ahnung, was ich damit machen soll. Was ich aber ganz bestimmt weiß: „I know I’m ready to get the show on the road, my heart will know where to go. I’m ready, more than ready, I’m impatiently waiting to kicking things off. I’m ready, more than ready. I’m so scared to fly but today I start to try“ Guten Flug euch allen!

PS: Am kommenden Montag mach ich eine spontane Zwischenlandung im Hangar 7 Sport & Talk … ihr könnt dabei zusehen: 21.10h auf ServusTV. wooohooo.